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Pater Rainer Zinke


Geboren als Sohn eines Zigarrenfabrikanten, erlernte der junge Rainer Zinke in den 50er Jahren in Nordhausen ebenfalls das Handwerk des Zigarrenmeisters, um später den Betrieb des Vaters zu übernehmen. Niemand, nicht einmal er selbst konnte ahnen, welchen anderen Weg Gott ihn schließlich weisen würde.

 

Der Besuch eines verwandten Missionars weckte in dem jungen Mann den Wunsch, Priester zu werden. Dies war in der DDR in den 60er und 70er Jahren ohnehin schon nicht einfach. Zinke hatte während der 10. Klasse im Konvikt in Heiligenstadt die Bekanntschaft mit der Schönstatt-Bewegung gemacht und war nun fest entschlossen, gemeinsam mit einer Handvoll anderer Priester, die Gemeinschaft der Schönstatt-Patres zu gründen. Das aber kam nach DDR-Maßstäben der Bildung einer Untergrund-Organisation gleich. So war die Arbeit von Pater Zinke bis zur Wende immer geprägt von Tarnung und Verheimlichung. Berichte von Zeitzeugen klingen heute wie schaurige Krimis und lassen den Atem stocken, unter welch schwierigen Bedingungen die Kirche und speziell die Schönstatt-Familie damals lebte.
Das hielt Pater Zinke aber nicht von seiner engagierten Arbeit hauptsächlich im Bereich der SMJ ab.

Durch sein Praktikum konnte Pater Zinke 1977 das erste Domiziel für die Jungmänner errichten. Getreu seiner Begeisterung für die Person des Pallotiners Pater Franz Reinisch wurde die Unterkunft "Reinisch-Center" genannt. Schon kurz darauf führte Pater Zinke die erste Ferienwoche für Jungen durch - der Grundstein für die späteren Zeltlager war gelegt. Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe (1978) wurde Pater Zinke für die Arbeit mit der Mannesjugend vom Bistum freigestellt. Und es kam noch besser: Etwa 1986 bekam die Mannesjugend von Bischof Wanke das bis dahin unbesetzte Pfarrhaus in Thalwenden, das Zinke nun mit seinen Jungmännern zu einem Jugendhaus umgestaltet konnte.

Doch nicht nur die Jugend, sondern die gesamte Schönstatt-Bewegung gestaltete er freudig und mit großem Einsatz mit. So führte er das Musical "Wagnis und Liebe" (dessen Texte mussten aus dem Westen über die Grenze geschmuggelt werden) mit einer eigens dafür gegründeten Musikgruppe im gesamten Osten und sogar auf dem Katholikentag in Dresden auf. 

Für seinen eigentlichen Traum, der immer hinter all seinen Bemühungen gesteckt hatte, ergab sich nach der Wende die große Chancen. Immerschon hatte ihn die Vision eines Eichsfeld-Heiligtums begeistert und in seinem Handeln auch gelenkt. Zwei Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde diese Vision Wirklichkeit: Das "Heiligtum der Einheit in Freiheit" wurde am 3. Oktober 1992 eingeweiht. Das nächste Zeil aber war bereits in Sicht. Zu einem Kapellchen brauche eine Schönstatt-Familie auch ein Bewegungshaus, so hieß stetsPater Zinkes Motto. Und mit genauso viel Einsatz wie für den Bau des Heiligtums zeigte er auch jetzt bei der Beseitigung vieler Schwierigkeiten, die sich der Realisierung des Bewegungshauses immer wieder in den Weg stellten.

Was er gesät hatte, konnte er nicht mehr ernten. Im Mai 1999 flog Pater Zinke zu internationalen Feierlichkeiten nach Santiago de Chile und verband dies gleich mit einem privaten Urlaub in der Woche danach. 

Beim Schwimmen im Pazifischen Ozean verlor er, obwohl als guter Schwimmer bekannt, im Alter von 55 Jahren sein Leben. Der Schönstatt-Bewegung im Eichsfeld und darüber hinaus bleibt er als treibende Kraft in Erinnerung. Denn durch seinen selbstlosen Einsatz unter oftmals mehr als widrigen Umständen hat er der Schönstatt-Familie im gesamten Osten gedient und ist somit ein Besipiel für das heiligmässig gelebte Liebesbündnis.

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